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Der junge polnische Jazz hat was zu bieten – wie beim Festival Jazztopad in Breslau zu hören war.

J01 purpleVon Christoph Giese. In die 11. Ausgabe des Festivals hat der künstlerische Leiter Piotr Turkiewicz dazu einen Showcase ausschließlich mit polnischen Bands integriert. Neben den großen Stars wie Pharoah Sanders, Mulatu Astatke oder Wadada Leo Smith, die während des elftägigen Festivals im wunderschönen Breslau auftraten, gehörte die Bühne mittendrin zwei Tage lang nur den heimischen Musikern. Da spielten sich Klarinettist Wacław Zimpel und Pianist Krzysztof Dys zwar gekonnt gegenseitig die Melodien zu, aber der gut einstündige Auftritt des Duos ging irgendwie nicht unter die Haut. In Maciej Obaras International Quartet legten die beiden internationalen Gäste Ole Morten Vågan (b) und Jon Fält (dr) ein Tempo vor, dem Saxofonist Obara und Pianist Dominik Wania nicht immer ganz folgen konnten. Geiger Adam Bałdych und sein Imaginary Quartet zeigten sich als echte Crowdpleaser. Lyrische Melodien, immer wieder auch in polnische Folklore getränkt, kombiniert mit hoher Virtuosität vor allem von Pianist Paweł Tomaszewski und Adam Bałdych selbst verfehlten ihre Wirkung nicht: stürmischer Beifall von den vollbesetzten Rängen in der Philharmonie.

Das Trio Stryjo wurde bei seinem Auftritt nicht müde zu erwähnen, dass alles improvisiert sei, was man spiele. Was kaum zu glauben war, weil die Rädchen bei Pianist Nikola Kołodziejczyk, Bassist Maciej Szczyciński und Schlagzeuger Michał Bryndal so gut ineinandergriffen. Das Tom Trio um den Trompeter Tomasz Dąbrowski forderte den Zuhörer dagegen mit einer komplexen Musik, die stets zwischen Free und eingängigen Momenten mit vielen Klangfarben pendelte. Bisweilen anstrengend, aber sehr gelungen. Breslau wird 2016 übrigens den Titel der Kulturhauptstadt Europas tragen. Ein Grund mehr, diese wunderbare Stadt an der Oder einmal zu besuchen.