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J02 orangeZuerst einmal müssen wir JAZZTHETIK zum 30. Geburtstag gratulieren. Jedoch wird nicht nur diese erfolgreiche Zeitschrift dieser Tage 30, sondern auch eine Reihe von Jazzmusikern aus London. The London Column feiert diesmal die Jazz-Generation von 1987.

Da ist zum Beispiel der in Sussex aufgewachsene Schlagzeuger James Maddren, der in Europa schon ein Name ist. In den letzten drei Jahren spielte er regelmäßig mit dem Bastian Stein Quartett. Sebastian Scotney„Das Bemerkenswerte an James ist, dass er im schönen, ausgewogenen Spiel genauso beheimatet ist wie im rauen und kantigen“, sagt Stein. „Seine langjährige Zusammenarbeit mit Phil Donkin war auch für mich eine starke Inspirationsquelle!“ James Maddren ist in der Tat als Sideman viel gefragt, ist aber bisher nur in zwei oder drei Gigs als Bandleader aufgetreten. „Bei diesem Tempo haben wir vielleicht im Jahr 2035 ein Album fertig“, witzelt er.

Für andere 1987er scheinen das Debütalbum und der 30. Geburtstag irgendwie Hand in Hand zu gehen. So erscheint im September die erste CD Unnatural Events des in Zürich lebenden Jazzpianisten Tom Millar – exakt zwei Monate, bevor er 30 wird. Hat er das so geplant? „Es ist Zufall“, sagt er, „aber ich bin sehr froh, dass mein erstes Album vor meinem 30. Geburtstag herauskommt.“ Die Inspiration für seine Musik findet er oft auf Reisen. Die Weite Schottlands drückt er im Stück „Inversnaid“ aus, brasilianische Klänge finden sich in „Choro“.
Auch der Posaunist Raph Clarkson bringt dieses Jahr sein erstes Album heraus. Sein Mentor als Student war der gefeierte John Taylor. Dies könnte einer der Gründe dafür sein, dass ein gewisses Auflehnen gegen bestehende Strukturen für ihn zum Leben gehört. Was bedeutet es für ihn, 30 zu werden? „Das menschliche Leben lässt sich nicht mit dem Dezimalsystem erfassen“, protestiert er. „Ich denke, jeder muss seinen eigenen Weg gehen“.

Könnte man die These wagen, dass ein erstes Album vielleicht eins der vielen Gebiete ist, wo heute Frauen mehr auf Zack sind als die Männer? Die von den Shetland-Inseln stammende Saxofonistin Rachael Cohen brachte ihr erstes Album schon 2013 heraus. Der Jazzkritiker des GUARDIAN, John Fordham, lobte sie damals: „Sie weiß genau, wo sie hinwill.“ Die selbstbewusste Leiterin ihrer Band spielt regelmäßig in der Late Show bei Ronnie Scott’s und hat einen eigenen Abendgig bei Ray’s im hippen Dalston. Weiter so!
Allen die herzlichsten Glückwünsche zum 30sten.

Jazzjournalist Sebastian Scotney betreibt die Website www.londonjazznews.com und macht Dokumentarberichte für BBC Radio 3 und JazzFM.