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J02 orangeDie Zusammenarbeit der drei nationalen Jugendjazzorchester aus Holland, Großbritannien und Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Wie wird sie enden? Vielleicht gar nicht. Ich möchte jedoch etwas über den Anfang erzählen, zu dem ich ein wenig beigetragen habe.



Von Sebastian Scotneylondon scotneySebastian Scotney

Im August 2012 nahm ich an der Tagung der Radio-Jazz-Research-Gruppe im Schloss Rheinsberg teil. Das BuJazzO hatte dort eine Arbeitsphase. Das Orchester war damals im 25. Jahr seines Bestehens, und dies war die letzte Arbeitsphase unter der Projektleitung von Peter Ortmann. Je mehr ich über das BuJazzO erfuhr, desto größer erschienen mir die Gemeinsamkeiten mit dem britischen National Youth Jazz Orchestra (NYJO). Beide Gruppen waren in einer Erneuerungsphase, nachdem die langjährigen Leiter und Gründungsväter den Taktstock niedergelegt hatten. Peter Herbolzheimer war bis 2006 Musikdirektor der deutschen Band gewesen, und NYJO-Gründer Bill Ashton OBE hatte von 1965 bis 2009 das britische Orchester geleitet. Ein Ideenaustausch schien mir naheliegend, und so stellte ich eine Verbindung her zwischen dem neuen deutschen Projektleiter Dominik Seidler und meinem Freund Nigel Tully, dem Vorsitzenden des NYJO. Das führte zum Beginn der Zusammenarbeit.

Unter dem Motto „Freedom & Friendship“ gaben die beiden Orchester 2014 eine Reihe von gemeinsamen Konzerten, was in einem Auftritt beim London Jazz Festival kulminierte. Es folgte vielfacher Austausch von einzelnen Musikern, und dann, im September 2016, gingen das NYJO und das BuJazzO gemeinsam auf Tour durch Deutschland und Holland mit dem holländischen Nationaal Jeugd Jazz Orchest (NJJO) als drittem Partner. Im März 2017 spielten sie zusammen an verschiedenen Orten in Großbritannien, und es gibt schon weitere Pläne für 2018. Der Musikdirektor des NYJO, Mark Armstrong, beschreibt den Sinn der Zusammenarbeit: „Wir wollen zeigen, dass Jazz eine gemeinverständliche Sprache ist, die von jungen Musikern überall in Europa gesprochen wird.“

Dominik Seidler sagt: „Ein solches Projekt fällt nicht vom Himmel. Viele Personen arbeiten jahrelang hart an der Umsetzung eines solchen Treffens, vor allem an der Finanzierung. Für mich ist immer der emotionalste Moment, wenn bei der Arbeitsphase der erste gemeinsame Ton erklingt. Wenn wir dann noch vor einem enthusiastischen Publikum spielen, wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Das letzte Wort gebührt einem der jungen Bandmitglieder. Der Kölner Schlagzeuger Alexander Parzhuber drückt die Besonderheit des internationalen Projekts so aus: „Man hat jederzeit das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen wollen, und zwar mit dem Ziel, gute Musik zu machen!“

Jazzjournalist Sebastian Scotney betreibt die Website www.londonjazznews.com und macht Dokumentarberichte für BBC Radio 3 und JazzFM.