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J02 orangeFür diese erste London Column für 2018 bin ich dem Beispiel von Roald Dahl gefolgt. In den letzten beiden Sätzen seines allerletzten Buches The Minpins schrieb er: „Die größten Geheimnisse sind immer an den unwahrscheinlichsten Orten verborgen.

"Diejenigen, die nicht an Magie glauben, werden sie niemals finden.“ Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Londoner Kolumne geht es um britische Künstler, aber auf der Suche nach london scotneySebastian ScotneyMagie sind wir auf dem Weg nach Gräfelfing bei München.

Und warum ausgerechnet dorthin? Weil dort das Label ECM angesiedelt ist und weil die Veröffentlichung britischer Künstler auf dem Label ein wiederkehrendes Thema wird. In der Folge von Django Bates‘ erstem Album als Leader auf ECM, The Study of Touch, das im November veröffentlicht wurde, werden im ersten Quartal 2018 bei ECM nicht weniger als fünf weitere Alben erscheinen, bei denen britische Musiker entweder als Leader fungieren oder zumindest eine prominente Rolle spielen: John Surman und Kit Downes im Januar, Norma Winstone und Tommy Smith (im Trio von Arild Andersen) im Februar und Andy Sheppard im März.

Mit etwas Abstand betrachtet, ist das eigentlich keine Überraschung. Denn in Wirklichkeit ist das Interesse von ECM an der britischen Szene in den vergangenen fünf Jahrzehnten konstant geblieben. Label-Mitarbeiter Steve Lake, ein Brite, der in Chelmsford geboren ist, sagt: „Wir haben seit Beginn der Firmengeschichte Musik aus Großbritannien aufgenommen. Das geht zurück bis zu den frühesten Veröffentlichungen von Evan Parker, Derek Bailey und Dave Holland – sie waren schon vor Jan Garbarek da. Die britische Szene war schon immer eine sehr lebendige Szene.“

Ja, hier ist Nachhaltigkeit gegeben, wie auch das Beispiel von Norma Winstone zeigt: Ihr neues Album Descansado – Songs for Films mit ihrem Trio mit Glauco Venier und Klaus Gesing steht ebenfalls kurz vor der Veröffentlichung, aber ihre erste Aufnahme für ECM – Azimuth – hat sie schon 1977 gemacht. Die Sängerin sagt über die Arbeit mit dem Label: „Es ist erstaunlich, wie viel Interesse sie an all ihren Künstlern haben. Sie kümmern sich nach Kräften um sie, unterstützen sie, wo es geht.“

Jazzjournalist Sebastian Scotney betreibt die Website www.londonjazznews.com und macht Dokumentarberichte für BBC Radio 3 und JazzFM.