„Jazz Moves“ – für den Samstag, den letzten der drei Kernabende beim 56. Deutschen Jazzfestival im Sendesaal, hatten die Programmgestalter vom Hessischen Rundfunk erstmals einen Club, konkret JazzMontez, importiert, samt einem famosen Rund-um-die-Welt-DJ-Set der Londonerin Donna Leake in der Goldhalle, dem Foyer, ein junges Publikum im Blick. Im Saal Tischbestuhlung.
Kate Bushs „Wuthering Heights“ ist schon fast zum Eröffnungsstandard der Leipziger Jazztage geworden. Bereits im Vorjahr sang ihn gleich zu Beginn Cécile McLorin Salvant im Duo, diesmal war es Nora Lyn Handschuh, der mit ihrer Gruppe Lyn & The Fingers der Nachwuchspreis der Marion-Ermer-Stiftung verliehen wurde.
Zum dritten Mal hat das Enjoy Jazz Festival, das sich über mehrere Wochen und Spielorte verteilt, ein Motto gewählt: nach „Trust“, Vertrauen, und „Healing“, Heilung, nun „Knowing“, Wissen. Wie immer ist die deutsche Übersetzung nicht in allen Dimensionen deckungsgleich mit dem, was gemeint ist. Mit „Knowing“ zum Beispiel zielt das Festival, wie sein künstlerischer Leiter Rainer Kern deutlich macht, auf den Prozess- und Impuls-Charakter von Wissen ab – und nicht auf das Arrogant-Festgefügte, das dieser Begriff im Deutschen hat.
Alle Augen bei der Verleihung der APPLAUS-Spielstättenpreise 2025 waren auf den neuen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gerichtet. Wie mochte sich der inmitten derjenigen schlagen, die weniger über Kultur reden, als sie zu ermöglichen? APPLAUS-Geldgeber Wolfram Weimer sah vielleicht gut aus, sagte aber eigentlich kaum etwas. Auch strotzten seine Worte nicht eben von profunder Kenntnis der Szene.
Im Z-Bau steht man meistens vor den Bühnen. Sitzplätze: Fehlanzeige. Im Großen Saal spielt das Klaviertrio um den britischen Tastendrücker Bill Laurance, bekannt als Mitbegründer von Snarky Puppy. Klaviertrio und Stehkonzert? Bei diesem Trio funktioniert auch das. Ohnehin ist das Publikum an diesem Abend erfreulich jung und die Musik von Laurance mit Menelik Claffey (b) und Oscar Ogden (dr) pop-kompatibel, wenn auch im Jazz verankert.
Energievoller hätte das diesjährige Trans4JAZZ-Festival kaum starten können. Die Urban-Brassband Moop Mama aus München sorgte mit der Hamburger Rapperin Älice im Konzerthaus von Ravensburg gleich mal für ausgelassene Stimmung und tanzende Beine.
„Wohin wendest du dich, wenn die Welt in Flammen steht?“ –
das Zitat des Gitarristen Marc Ribot passt zur momentanen Lage der Welt. Das spiegelte sich im 62. Jahrgang des Jazzfests Berlin wider. 120 internationale Musiker*innen aus 20 Ländern spielten vor fast 6.000 Besucher*innen in 27 Acts. Viele verteilten sich auf Großformationen, neu gegründet oder alteingesessen.
