edes Jahr aufs Neue sucht das Jazzfest Bonn nach Kontrasten und Parallelen, nach aufstrebenden Künstler*innen ebenso wie nach faszinierenden Legenden, die in den vergangenen 17 Jahren noch nicht den Weg in die Bundesstadt gefunden haben.

Zum 36. Mal gingen auf dem Stuttgarter Pragsattel die Theaterhaus Jazztage über die verschiedenen Bühnen der ehemaligen Rheinstahlhallen. Wochen im Voraus ausverkauft war der Abend mit den Wolfgang Haffner Groove All Stars und Special Guest Nils Landgren, gut frequentiert auch der hochkarätig programmierte Auftakt im T1, dem größten Saal des Theaterhauses, mit Joachim Kühn und Michael Wollny:

Die Verleihung von Preisen ist ein Ritual inmitten der gesamtgesellschaftlichen Realität, mit Jazz und improvisierter Musik ringt ja eine immer wieder unterbewertete Kunstform samt angrenzenden Phänomenen stets um Sichtbarkeit und Anerkennung. Die erhält sie einmal im Jahr auf glamouröse Weise bei der Verleihung der Deutschen Jazzpreise. Inzwischen lebt man damit, dass sich an dem, was traditionell in diesem Kontext normal und gebräuchlich war, etwas ändert. Wenn die Welt sich wandelt, und das tut sie mit Riesenschritten, dann kommen auch wir nicht umhin, uns zu ändern.

Auf seiner Wanderung durch das Eberswalder Industrieerbe hat Jazz in E. im ehemaligen Kulturhaus des Reichsbahnausbesserungswerks Station gemacht. Was das diesjährige Festivalmotto „Tradition“ an Facetten hergab, machte gleich eingangs Uwe Kropinski deutlich. Nicht nur, dass er bei der Reichsbahn in Ostberlin einst Fahrzeugelektriker mit Abitur gelernt hatte, auch beim allerersten Festival 1995 war er schon aufgetreten, damals im Pferdestall der einstigen Eberswalder Postfuhrstation. Seine musikalische Traditionslinie reicht noch weiter zurück:

Eine Freitagnacht in einer schicken Hotelbar in der Bremer Innenstadt: Es ist Clubnight der jazzahead!

Wer der Meinung ist, Jazz sei was für Menschen, die ihre Schals im Sommer tragen und Kaffee philosophisch analysieren, war noch nicht in Gronau. E

„Jazz is Punk!“ war das Motto der diesjährigen Jazzkaar in Tallinn. Die Rekordzahl von 26.800 Besuchern folgte dem Ruf des von Anne Erm kuratierten Festivals und konnte viele besondere Momente erleben.

Es gibt Momente, die die Geschichte eines Festivals weiterschreiben. Beim Solorecital von Nik Bärtsch hört man irgendwann auf, den Raum wahrzunehmen.

Das Beste kommt zum Schluss? Bei der 55. Ausgabe der Jazzwoche in Burghausen war das Finale am Sonntagnachmittag wohl das, was am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt.

Das Kölner Musikfest Winterjazz feierte am 10. Januar seine fünfzehnte Ausgabe im Stadtgarten und im Club Zimmermanns. Vier Bühnen, freier Eintritt, rund zwanzig Konzerte an einem Abend – und was für welche!

Ob kurz oder lang – für den Aufbau des Programms macht das beim Jazzfestival Münster keinen Unterschied. Leiter Fritz Schmücker überbrückt die Zeit zwischen den alle zwei Jahre ausgerichteten XL-Ausgaben mit einer eintägigen Shortcut-Version, die denselben Prinzipien folgt.