Es ist wieder September und ich fahre von Münster ins nahe Greven an der Ems.

Auch in der dritten Ausgabe kann man vieles experimentell, einiges klassisch und sehr vieles überraschend nennen.

Zum Abschluss gibt es in diesem Jahr eine echte Herausforderung: Rabih Lahoud, Florian Weber und das Ensemble Modern gestalten das Finale des Morgenland Festivals. Transforming Now hat Weber das Projekt genannt – Musik an der Schnittstelle von arabischer Kultur, Jazz und Avantgarde.

Es waren mal wieder gleich mehrere Festivals in einem, die am zweiten Juni-Wochenende im Hamburger Hafen über die Bühnen gingen, denn die Elbjazz-Macher arbeiten Jahr für Jahr erfolgreich daran, die Erwartungen und Ansprüche unterschiedlicher Zielgruppen zu erfüllen. Vieles, insbesondere auf den Hauptbühnen auf dem Werft-Gelände von Blohm+Voss, spricht ein Publikum an, das angenehme und anregende Musik als Untermalung für Hafenatmosphäre, gepflegte Kulinarik und im besten Fall, wie in diesem Jahr, sonniges Frühsommerwetter schätzt.

Was 2022 Sting war, ist in diesem Jahr Simply Red: ein Festivaldebüt als krönender Abschluss von elf Tagen Livemusik im Herzen von Stuttgart. Das Finale der diesjährigen Jazzopen war ein Ausklang, der den Anspruch der Veranstalter unterstrich, zu den „europäischen Top-3-Festivals“ dieser Art zu zählen.

Am Ende wird es ganz intim. Und richtig gut. Das Publikum im Teatro Cuyás im Herzen der Altstadt von Las Palmas tobt und klatscht immer weiter. Dabei haben Kandace Springs und das Metropole Orkest schon 90 Minuten und eine Zugabe gespielt.

Wieder mal wurde dem Publikum an vier Tagen im Kesselhaus der Kulturbrauerei in Berlin erstklassiger Jazz von französischen, deutschen und gemischten Bands geboten, hier und da gab es auch mal einen amerikanischen Gast zu verzeichnen.

„I only play zoos in Straubing”, sagte Curtis Stigers, der nicht zum ersten Mal auf der Rivertone-Bühne im Tiergarten zu Gast war. Der Mann braucht keine Feuerwerke abzubrennen

Oft sind es die kleinen Dinge und unerwarteten Momente, nicht automatisch die bekannten Namen, die einen staunen lassen. So geschehen beim diesjährigen, von Nils Landgren kuratierten JazzBaltica-Festival, dem der Wettergott gnädig war und das komplette Open-Air- und @the-Beach-Programm möglich machte.

Komplexes ist schwierig zu handhaben, so auch die Welt des Jazz, gerade wenn diese mehr mediale Zuwendung erhält als gewohnt. So geschehen in Bremen am Vorabend der diesjährigen jazzahead!

Innovative Musik“ hat sich das neue Magnet-Festival im Kulturpark am Wiesbadener Schlachthof zum Programm gemacht.

Grenzüberschreitungen sind dem Jazz nicht fremd – in gewisser Weise sind sie sogar elementarer Bestandteil der musikalischen DNA und die Grundlage für so manche Mutation. Und doch gelang es dem Jazzfest Bonn eindrucksvoll, diesem Begriff neue Facetten hinzuzufügen und ihn vielleicht nicht neu, aber doch anders zu denken.