Nominal kein Schwerpunkt – insgeheim schon

Dem Publikum die spannendsten und bemerkenswertesten Entdeckungen vorzustellen, denen er das ganze Jahr über begegnet ist, ist Philippe Ochems Ziel.

Seit einem Jahr studiert der Flötist bei Anna-Lena Schnabel Jazz am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück (IfM); jetzt, beim Abschlusskonzert des Morgenland Campus im Soziokulturzentrum Lagerhalle, zeigt er, wie lehrreich dieser Meisterkurs in Sachen arabische Musik gewesen ist

Im zweiten Jahr unter Kuration von Nadine Deventer trägt das JazzFest Berlin schon am Vorabend der drei Festivaltage deutlich ihre Handschrift: mit dem von ihr selbst als „Einladung zur absoluten Überforderung“ bezeichneten sechsstündigen Großprojekt Sonic Genome von Avantgarde-Legende Anthony Braxton.

Das Festival The Dorf & Umland funktioniert ganz so, wie es die Großformation The Dorf vorlebt – als „soziale Skulptur“.

Es gab Showcases auf sehr hohem Niveau, zum Beispiel von Ludovica Manzo und Alessandra Bossa, die sich O-Janà (Neapolitanisch für Hexe) nennen. Die beiden beeindruckenden Frauen sind mit viel Ausstrahlung zwischen Ambient, Ethno, freier Improvisation und Elektronik unterwegs.

Jazz ist stets politisch? Ein Mythos, finden einige. Anmaßend, finden andere. Aber ich hätte nie zum Jazz gefunden, wenn er nicht zu meiner politischen Haltung gepasst hätte, sagen Dritte, also muss da etwas Politisches gewesen sein. Recht haben sie alle – auf unterschiedliche Weise, wie sich auf dem Symposium des Darmstädter Jazzinstituts zeigte. Das soll aber keine Kontroverse verdecken.

Auf „Malle“ gibt es Jazz? Immer schon gab es Festivals auf der Baleareninsel, darunter Edel-Veranstaltungen, die Jazz Voyeur oder Mallorca Smooth Jazz heißen. George Benson war dort und Diana Krall. Und es gibt Fans, nicht nur reiche und nicht so reiche Touristen, sondern auch echte Mallorquiner.

Das hätte ins Auge gehen können. Wenn „Lorenzo“ ein wenig anders und ein wenig später über die Azoren gerauscht wäre, dann hätte es die 21. Ausgabe von Angrajazz vielleicht nicht oder auf jeden Fall nicht komplett gegeben.

Wenn man Träume hat, dann träumt man sie. Wieder und wieder. Und man hofft, es bleibt nicht beim Träumen. Für Otmar Klammer, den Künstlerischen Leiter des Jazzfestivals Leibnitz, haben sich einige seiner langjährigen Wünsche bei der siebten Ausgabe des viertägigen Festivals in der Südsteiermark erfüllt.