Wer der Meinung ist, Jazz sei was für Menschen, die ihre Schals im Sommer tragen und Kaffee philosophisch analysieren, war noch nicht in Gronau. E
„Jazz is Punk!“ war das Motto der diesjährigen Jazzkaar in Tallinn. Die Rekordzahl von 26.800 Besuchern folgte dem Ruf des von Anne Erm kuratierten Festivals und konnte viele besondere Momente erleben.
Es gibt Momente, die die Geschichte eines Festivals weiterschreiben. Beim Solorecital von Nik Bärtsch hört man irgendwann auf, den Raum wahrzunehmen.
Das Beste kommt zum Schluss? Bei der 55. Ausgabe der Jazzwoche in Burghausen war das Finale am Sonntagnachmittag wohl das, was am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt.
Das Kölner Musikfest Winterjazz feierte am 10. Januar seine fünfzehnte Ausgabe im Stadtgarten und im Club Zimmermanns. Vier Bühnen, freier Eintritt, rund zwanzig Konzerte an einem Abend – und was für welche!
Ob kurz oder lang – für den Aufbau des Programms macht das beim Jazzfestival Münster keinen Unterschied. Leiter Fritz Schmücker überbrückt die Zeit zwischen den alle zwei Jahre ausgerichteten XL-Ausgaben mit einer eintägigen Shortcut-Version, die denselben Prinzipien folgt.
Berlin zeigte sich am zweiten Januarwochenende als sonnige Hauptstadt in Sachen Jazz. Das dreitägige Stop Over 4:
„Jazz Moves“ – für den Samstag, den letzten der drei Kernabende beim 56. Deutschen Jazzfestival im Sendesaal, hatten die Programmgestalter vom Hessischen Rundfunk erstmals einen Club, konkret JazzMontez, importiert, samt einem famosen Rund-um-die-Welt-DJ-Set der Londonerin Donna Leake in der Goldhalle, dem Foyer, ein junges Publikum im Blick. Im Saal Tischbestuhlung.
Kate Bushs „Wuthering Heights“ ist schon fast zum Eröffnungsstandard der Leipziger Jazztage geworden. Bereits im Vorjahr sang ihn gleich zu Beginn Cécile McLorin Salvant im Duo, diesmal war es Nora Lyn Handschuh, der mit ihrer Gruppe Lyn & The Fingers der Nachwuchspreis der Marion-Ermer-Stiftung verliehen wurde.
Zum dritten Mal hat das Enjoy Jazz Festival, das sich über mehrere Wochen und Spielorte verteilt, ein Motto gewählt: nach „Trust“, Vertrauen, und „Healing“, Heilung, nun „Knowing“, Wissen. Wie immer ist die deutsche Übersetzung nicht in allen Dimensionen deckungsgleich mit dem, was gemeint ist. Mit „Knowing“ zum Beispiel zielt das Festival, wie sein künstlerischer Leiter Rainer Kern deutlich macht, auf den Prozess- und Impuls-Charakter von Wissen ab – und nicht auf das Arrogant-Festgefügte, das dieser Begriff im Deutschen hat.
Alle Augen bei der Verleihung der APPLAUS-Spielstättenpreise 2025 waren auf den neuen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gerichtet. Wie mochte sich der inmitten derjenigen schlagen, die weniger über Kultur reden, als sie zu ermöglichen? APPLAUS-Geldgeber Wolfram Weimer sah vielleicht gut aus, sagte aber eigentlich kaum etwas. Auch strotzten seine Worte nicht eben von profunder Kenntnis der Szene.
