Ob kurz oder lang, so Fritz Schmücker, das Festival gehe ja eh in jedem Jahr konsequent weiter, man müsse deshalb nicht länger so tun, als fände es nur alle zwei Jahre statt.
Schon seit einigen Jahren präsentieren sich die Leipziger Jazztage jeweils unter einem Oberbegriff; einerseits, um das Festival für das Publikum griffiger zu machen, andererseits sicherlich, um es leichter vermarkten zu können
Kaum war WOMEX samt Entourage abgereist, ging es in Tampere schon weiter mit Jazz.
Fast 100 Konzerte (oder genauer: Klangereignisse) an rund 40 verschiedenen Spielorten in fünf Tagen – und alles bei freiem Eintritt
Während Populisten im großen Stil an europäischer Desintegration arbeiten, an kulturellen Lebensadern gesägt wird, weltweit die Nichterfüllung von Klima-Abkommen Frustrationen schürt und sich in vielen Ländern anti-europäische Stimmung ausbreitet, arbeiten kleine, aber feine Initiativen von unten an Europas Reintegration, auch im Bereich Jazz und improvisierte Musik.
Der 50. Geburtstag des Labels ECM war ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe von Enjoy Jazz – Internationales Festival für Jazz und Anderes.
Nominal kein Schwerpunkt – insgeheim schon
Dem Publikum die spannendsten und bemerkenswertesten Entdeckungen vorzustellen, denen er das ganze Jahr über begegnet ist, ist Philippe Ochems Ziel.
Seit einem Jahr studiert der Flötist bei Anna-Lena Schnabel Jazz am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück (IfM); jetzt, beim Abschlusskonzert des Morgenland Campus im Soziokulturzentrum Lagerhalle, zeigt er, wie lehrreich dieser Meisterkurs in Sachen arabische Musik gewesen ist
Im zweiten Jahr unter Kuration von Nadine Deventer trägt das JazzFest Berlin schon am Vorabend der drei Festivaltage deutlich ihre Handschrift: mit dem von ihr selbst als „Einladung zur absoluten Überforderung“ bezeichneten sechsstündigen Großprojekt Sonic Genome von Avantgarde-Legende Anthony Braxton.
Das Festival The Dorf & Umland funktioniert ganz so, wie es die Großformation The Dorf vorlebt – als „soziale Skulptur“.
Es gab Showcases auf sehr hohem Niveau, zum Beispiel von Ludovica Manzo und Alessandra Bossa, die sich O-Janà (Neapolitanisch für Hexe) nennen. Die beiden beeindruckenden Frauen sind mit viel Ausstrahlung zwischen Ambient, Ethno, freier Improvisation und Elektronik unterwegs.
