Im Z-Bau steht man meistens vor den Bühnen. Sitzplätze: Fehlanzeige. Im Großen Saal spielt das Klaviertrio um den britischen Tastendrücker Bill Laurance, bekannt als Mitbegründer von Snarky Puppy. Klaviertrio und Stehkonzert? Bei diesem Trio funktioniert auch das. Ohnehin ist das Publikum an diesem Abend erfreulich jung und die Musik von Laurance mit Menelik Claffey (b) und Oscar Ogden (dr) pop-kompatibel, wenn auch im Jazz verankert.
Energievoller hätte das diesjährige Trans4JAZZ-Festival kaum starten können. Die Urban-Brassband Moop Mama aus München sorgte mit der Hamburger Rapperin Älice im Konzerthaus von Ravensburg gleich mal für ausgelassene Stimmung und tanzende Beine.
„Wohin wendest du dich, wenn die Welt in Flammen steht?“ –
das Zitat des Gitarristen Marc Ribot passt zur momentanen Lage der Welt. Das spiegelte sich im 62. Jahrgang des Jazzfests Berlin wider. 120 internationale Musiker*innen aus 20 Ländern spielten vor fast 6.000 Besucher*innen in 27 Acts. Viele verteilten sich auf Großformationen, neu gegründet oder alteingesessen.
Eine Preisverleihung an einem Freitag, dem 13., könnte ein schlechtes Omen sein – nicht aber beim Deutschen Jazzpreis 2025, der sich kurzerhand auf Thelonious Monks „Friday the 13th“ bezog und damit die Verleihung im Kölner E-Werk unter einen besonders hellen Stern stellte.
Das war’s für Michael Dreyer: Das letzte Morgenland Festival Osnabrück unter seiner Leitung ist vorüber; im nächsten Jahr löst ihn die neue Leiterin Shabnam Parvaresh ab.
Kann man noch leiser und behutsamer Klavier spielen als Gonzalo Rubalcaba an diesem Abend im Teatro Pérez Galdós von Las Palmas de Gran Canaria und dabei doch ganz große Geschichten erzählen?
