Jivan Gasparyans internationale Karriere ist eng mit der Duduk verbunden. 1928 in einem Dorf bei Jerewan geboren, machte er sehr früh als Duduk-Virtuose von sich reden. Sein Verdienst ist es, dass das ursprünglich als nicht sehr elegant geltende ländliche Musikinstrument inzwischen als klassisches Instrument der armenischen Musik anerkannt ist und von der UNESCO offiziell dem immateriellen Erbe der Menschheit zugerechnet wird.
Mit seiner Band The Cat’s Table legt Saxofonist Tom Reinbrecht seine erste Platte vor, die ganz durch ihn geprägt ist. Supernatural Soul Charade zeugt dabei von seinen zahlreichen Einflüssen und zeigt, dass seine Band und er keinesfalls an den Katzentisch gehören.
Dass Potsa Lotsa XL heute als Tentett auf der Bühne und im Studio stehen, hat sich organisch über die Jahre ergeben. Auf ihrem aktuellen Album Amoeba’s Dance wirft die Großformation einen Blick in den Mikrokosmos der Einzeller. Leaderin Silke Eberhard kennt die Herausforderungen des Unterfangens, sagt aber: „Je mehr Leute, desto mehr Freude!“
Wenn ein Trio, dessen erste Schritte weit in der Vergangenheit liegen, doch noch sein spätes Debüt veröffentlicht, kann man mit gutem Recht von einer Überraschung reden. Man kann das Debüt auch gleich so nennen, wie es Airelle Besson, Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel getan haben: Suprise!
Mit Continuum legt Nathan Ott sein drittes Album als Bandleader vor. In der Entwicklung des Schlagzeugers hat gleich zweimal Dave Liebman die Rolle eines Katalysators gespielt. In der aktuellen Besetzung des Quartetts nimmt Christof Lauer dessen Platz ein.
Eigentlich möchte der Schweizer Sänger Andreas Schaerer nicht alleiniger Namensgeber des Albums Anthem for No Man’s Land sein, er sieht seine Band als absolut gleichberechtigtes Kollektiv. Genauso gemeinschaftlich wurde das spannende Werk erarbeitet – Gebete und Gesang in Fantasiesprachen eingeschlossen.
Für manche Menschen ist der Alltag eine Last. Nicht so für Maik Krahl: Der Trompeter, Schüler von Till Brönner und Ryan Carniaux und eine der großen Hoffnungen seiner Jazzgeneration, versucht im Gegenteil alles, um einen einigermaßen geregelten Tagesablauf zu haben
Die kanadische Sängerin Holly Cole wendet sich für ihr 13. Album ähnlich konsequent wie kürzlich Kollegin Rickie Lee Jones ausgewählten Perlen des American Songbooks zu. Dazu baut sie auf Spontaneität und mit dem Dark Moon Ensemble auf eine kongeniale Begleitband.
Diese Stimme ist schon etwas Besonderes: Zart, fast schon zerbrechlich wirkt sie, aber gleichzeitig so persistent und kraftvoll, dass sie sich selbst in einem Indie-Rock-Setting durchzusetzen versteht, sich einfügt und trotzdem klar erkennbar ist, so wie sie das auch im Jazz kann. Oder im Pop.
